Bergbau + Hüttenwesen

 

BERGBAU UND HÜTTENWESEN IN LUXEMBURG

zusammengestellt von Misch THOMA


Unsere sogenannte Minette" in oolitisches Erzgestein hat sich vor ca. 180-200 Millionen Jahren im Südwesten unseres Landes im Randbezirk des sogenannten Pariser Beckens gebildet. Gesamtareal in Luxemburg ungefahr 3.740 ha.

Pariser Becken


Bereits 1700 Jahre vor unserer Zeitrechnung wussten die Hethiter in Kappadozien (Nordsyrien) Eisen herzustellen.


Die Kelten machten sich die reichen Erzfunde unseres Landes bereits zunutze.

 

 

Die Kelten und die Eisenverarbeitung

          Keltendorf                    Eisenverarbeitung bei den Kelten

Keltischer Brennofen    Keltische Eisenprodukte

    Keltischer Brennofen          Keltischesche Schmiedekunst

Keltischer Zweispitz

Keltischer Zweispitz


Es ist geschichtlich bezeugt, dass schon 53 vor bis 459 nach Christus im Süden unseres Landes Eisenschmieden der Romer in Betrieb waren. In den Wirren der Völkerwanderung und des Hunnensturmes (406-500 n. Chr.) geriet dieses Kunsthandwerk ganz in Vergessenheit.

Urgeschichtliche Eisenverhütung


Alte Stollen belegen dies. Gegen 1887 wurde im Raum Kayl, Rümelingen sowie in der Gegend von Rodingen 1875 durch den Grubeninspektor Karl Limpach Stollen von 2 mtr Hohe und 1,50 mtr Breite

bei Tagebauarbeiten im Bois de Rodange ( Mine Couillet) nachgewiesen und leider beim Abbau zerstört.


Analysen der auf dem Titelberg vorgefundenen Schlacken beweisen, dass sowohl Bohn- als auch Rasenerz sowie oolitische Erze ( Minette) bereits seit ca. 300 v. Chr. an Ort und Stelle verhüttet wurden. A. De Premorel fand Ende des 19. Jahrhunderts im Raume Esch-Differdingen-Rodange an 15 Stellen Überreste von alten Schmelzofen und Schlacken aus dieser Periode.

 

Rasenerz

  Bohnenerz                                                   Rasenerz


 

1354 7.Dezember Wenzel I. erteilt nachweisbar die erste Konzession betreffend den Abbau von Antimon in Goesdorf ( Giessdorf)*

Wenzel I


1388 Laut alten Dokumenten wurden bereits Kanonenrohre aus Gusseisen in Luxemburg hergestellt. Ein Jahrhundert spater wurden die ersten Ofenplatten ( Taken) von einheimischen Schmiedemeister (wahrscheinlich in Malberg-Eifel) gegossen.


1410 Collin Jacques aus Audun erhalt von Jean de Malberg die Ermachtigung d'un four fondeur et le marteau forgeant" zu betreiben. Aus den Akten geht hervor, dass bereits vorher ein Pachter"

existierte.


1468 Die Waldschmiede der Herren von Ottingen wird erstmals erwahnt, Besitzerin Eva von Üttingen. Dieselbe heiratet 1489 den Ritter Peter zu Eltz.


1515 Bernard zu Eltz ( Sohn von Peter..) übernimmt die Schmiede von Ottingen, er erweitert dieselbe urn einen 2. Schmelzofen nebst grosser Schmiede, sowie ein Walzwerk ( Platinerie).

Hergestellt werden Eisentopfe, Ofen, Taken,Beschlage für Türen und Fenster.


1548 Eine dritte Schmiede, als Konkurrenz zu den bestehenden aus Ottingen, die Forge de Rumelange" nimmt die Produktion auf.


1564 Wilhelm von Oranien-Nassau, Herr von Vianden errichtet nachweisbar den ersten Schmelzofen, nebst Eisenhammer im Herzogtum Luxemburg in Vianden. Die vor Ort nicht vorhandenen Erze (Rasen-resp. Wiesenerze) kamen aus Mettendorf. Als Eisenfachleute werden die Siegerlander Johann Stolz jun. Franz auf der Hammerhütte und Johann Diltey überliefert. Infolge politischer Ereignisse hatte der Betrieb nur eine kleine Lebensdauer.

 Wilhelm von Oranien-Nassau


1530 In Longwy befindet sich eine Steinplastik, welche die hi. Barbara sowie den hi. Eligius als Schutzheilige der Erz- und Hüttenleute darstellt. ( ca. 1530-1640)


1571 Rümelingen, 1. Erwahnung als Eisenwerk.


1604 ( 1609 ) J. Ryarielle,(Jean de Raville) Hüttenherr in Dommeldingen erhalt die Schurfrechte durch die Erzherzoge Albert und Isabella auf Rasenerz für 18 Jahre gegen jahrliche Zahlung von einem Doppelzentner Roheisen. (1609 ) Bei dieser Gelegenheit dürften auch die Rechte einen Hochofen sowie eine Schmiede zu errichten bewilligt werden.


1624 G.W. Foch erhalt von Konrad von Fels die Erlaubnis Rasenerz in der Pfarrei Mersch zu graben. Besiegelt von Baron von Schwarzenberg.**

 

1624 5.0ktober. Thomas und Nik. Bidart Hüttenherren aus Dinant übernehmen von den minderjahrigen Erben des Grafen de Raville, Herr von Ansemburg die Hochofen in Simmern (Simmerschmelz) und Ansemburg. In A. gehort ferner eine grosse Schmiede ( platinerie) dazu.


1623 Gabriel Bernard de Longwy gründet die Eisenhutte sowie die Schmiede von Lasauvage. Er hat das Schürfrecht fur den Bann Niederzonen ( Bas-Saulnes)


1626 Hollenfels-Kolbich wird zum 1. Mai als Hütte erwahnt.( Bidart)


1631 Der 1. Hochofen wird in Bissen in Betrieb genommen


1632 Thomas Bidart ubernimmt von seinem Bruder Nikolaus B. dessen Anteile an den Werken Simmern und Ansemburg.


1635/36 Goesdorf: Infolge der mordernden und wildernden Besetzungstruppen wahrend dem 30 jahrigen Krieg und der nunmehr ausbrechenden Pestepiemie ist die Ortschaft nebst vielen andern

komplett ausgestorben. Somit wahrscheinlich keine Tatigkeit in der Antimongrube wahrend Jahrzehnten.

( 1618-1648 mit Verlangerung für unsere Gegend bis um 1659 )


1639 Thomas Bidart beginnt mit dem Bau des neuen Schlosses" von Ansemburg neben der vorhandenen Schmiede.


1640 Die Erzgraber aus Hagen verkauften ihre Ware nach Dommeldingen.


1645 Colmar-Berg wird zum I.Mai als Schmelzofen erwahnt. ( Brückerberg) J. Piret erwirbt diesen Von Gaspard von Heisgen.


1650 Francois Thomassin, Probst aus Arrancy, Herr über Rodingen kauft die Hütten von Lasauvage, sowie Herserange. Er nimmt beide wieder in Betrieb.


1651 Gaspard de Heisgen kauft das Schloss in Colmar-Berg.


1653 De Heisgen verkauft einen Teil seiner Besitztümer an J. Pierret, Schmiedebesitzer in St. Ode, welcher in Colmar-B. einen Hochofen errichtet. Der Ofen wird mit Rasenerz aus dem Raum Mersch, Cruchten, Moesdorf und Reckingen betrieben.


1654 Th. Bidart erhalt die Genehmigung Rasenerz auf dem Bann Garnich und Kahler zu schürfen. Spater kommen im Tagebauverfahren" ebenfalls Küntzig, Grass, Hagen und Sterpenich hinzu, ausgenommen Bettingen/Mess.


1654 Thomas Marchant übernimmt die Huttenwerke in Dommeldingen.


1655 24.April. Thomas Bidart und sein Schwiegersohn Th.Marchant kaufen die Wassermühle am Zusammenfluss von Ruwer und Mosel vom Kloster St. Paulin aus Trier.Sie bauen dieselbe zur Spaltschmiede um. Diese funtionniert mit Steinkohle, welche aus Hostenbach-Saar stammt.


1656 Goesdorf. Im Feuerstattenverzeichnis der Herrschaft Esch-Sauer wird Goesdorf mit 13, Buderscheid mit 4 Haushalten angegeben.


1656 Auf dem Plateau Pellestack, dem hochsten Punkt zwischen Differd. und Lasauvage wird Bohnerz gegraben.


1656 Erste Erwahnung einer Schmiede in Rollingen/Mersch, Besitzer Jean Piret ( Pierret) Derselbe pachtet ferner den Schmelzofen von Hollenfels von J.M. von Brockhoven.welcher er sofort über Th. Marchant an seinen Schwiegervater Th. Bidart zur Halfte weitergibt.


1658 Die gemeinen Einwohner von Fischbach haben eine Schuld von 100 Taler, diese begleichen sie durch Holzverkauf an den Hüttenbesitzer Pieret aus Berg.


1661 Bissen 1. Nachweis einer Hütte.


1665 13.August Laut Minengesetz besass der jeweilige Landbesitzer das Schürfrecht, ohne Einschrankung auf die Tiefe der Schürfung.


1665 Ein zweiter Hochofen wird in Simmern errichtet.


1668 Der Hüttenverwalter von Simmern und Ansemb. Th. Bidart, welcher mittlerweile zu Reichtum gekommen ist, kauft die beiden Werke vom total verschuldeten Grafen Florent de Raville.


1670 28.April Thomas Bidart verstirbt. Francois Thomassin erbt im Namen seiner Gattin A.M. Bidart die Hüttenanlagen Simmern und Ansemburg, nebst Schloss, sowie andere Liegenschaften.


1670 Die Erzschürfer aus Hagen liefern nach Simmern.


1682 Jakob-I. Von Cassal ist Zeuge bei der Teilung der Erbschaft des Thomas von Marchant, Hüttenbesitzer in Dommeldingen.


1687 Philip-Alexis von Bost- Moulin ist Schlossherr in Esch-Sauer, sowie Minenherr in Goesdorf.


1695 Der spatere Gründer der Villeroy&Boch Werke ( 1748) Francois Boch wird in Audun geboren. Er übt zuerst den Beruf eines Eisenschmelzers aus.


1708 J.B. Blochhausen heiratet eine Nichte von Pierret, welcher das Werk weiterführt" Er ist hauptberuflich als hoherer Offizier beim Konig von Frankreich tatig. Anschliessend werden als Nachfolger J.M. Blochausen sowie dessen Sohn J.F. Joseph, weiterhin dessen Sohn erwahnt.


1711 10. Marz Thomas Marchant jun. Beerbt seine verstorbene Tante Anne-Marie Bidart. Er wird Herr über Schloss Ansemburg, Useldingen, Kahler, Olm sowie Hüttenbesitzer.


1713 Der Zellerfelder Maschinenmeister J.J. Bartels baut die 1. Bohrmaschine, wobei der Bohrfortschritt durch die Schwerkraft des an einem Seil hangenden eisernen Bohrers erzielt werden sollte. Ein gopelartiger Antrieb besorgte den Hub und die Drehung des Bohrmeissels. Wegen der zu grossen Gesteinsharte wurden die Versuche allerdings bald eingestellt.

Ein Jahr spater fand der Bergbohrer von J.Chr. Lehmann bei Probebohrungen in den Salzwerken von Wilna ( Polen) breite Anwendung.


17.. Anfang dieses Jahrhunderts geht die Hütte Dommeldingen in den Besitz vom Baron d'Arnould und von Zolver uber.


1716 Erste Erwahnung einer Eisenhütte in Bollendorf.


1720 In Niederkorn feierte man bereits das Fest der hi. Barbara ( declaratio festorum)


1724 Protokoll vom 7.9. Die Dame Tomassin-Bidart von Ansembourg legt bereits vor 1700 für die Erzschurfer aus Hagen eine Erzwascherei an, mit dem Hintergedanken, dieselben damit an sich zu binden.

Ein Kasten" gewaschenes Erz ergab sich aus ca. 2,5 Kasten ungewaschenem Material (1 Kasten= ca. 50 kg.)

Von 100 kg Rasen-oder Wiesenerz erhielt man 30 kg Gusseisen. (fer tendre)


1727 J.B. von Cassal bezieht eine grossere Menge Holz aus dem Bannbusch von Luxemburg.Diese werden wahrscheinlich zu Holzkohle verabeitet und Fischbach zugeführt.


1727 1. Erwahnung einer Hütte in Haller-Befort.


1730 Graf de la Perousse, Minenherr von Bissen nimmt den Hochofen" wieder in Betrieb. 1827 Oder 1857, je nach Unterlagen wurde der Ofen stillgelegt.*

Das Werk wurde auf die Herstellung von Nageln umgestellt, diese wurden bisher von Hand geschmiedet, von den sogenannten Klautschen= clouturier"


1742 Durch die rege Nachfrage nach Eisenprodukten musste die Regierung ( Osterreicher) die Walder gegen den Raubbau schützen ( Holzkohlenherstellung)*


1748 In Mersch befinden sich 8 Erzwaschen. Diese werden von dem Herrn von Blochhausen gepachtet. Beliefert werden die Schmitten von Berg, Bissen, Fischbach,Bollendorf und Dommeldingen.**


1750 In England gibt es 74 Hochofen" davon 71 mit Holzkohle und 3 mit Koks betriebene (siehe 1791)

1750 J.F. d'Huart übernimmt in dieser Periode ( durch Heirat) die Hutten Lasauvage, sowie Herserange. ( 1762!!!) Wahrend der franz. Revolution wird er zeitweilig durch seine Rivalen De Wendel" seines Besitzes verlustig.


1754 ( 1759 ) J.Ph. Baron d'Arnould und von Zolver, Herr über Berburg ersucht um die Genehmigung zur Errichtung eines Hochofens, einer Schmiede auf dem ihm gehorenden Gelande. Ziel ist die Herstellung von Gewehr, resp. Kanonenrohre.


1754 Die Erzgraber aus Hagen liefern nach Berburg.


1759 Der Erzbauer Jean Feiereisen aus Randeling klagt gegen den Grafen von Ansemburg. Dieser ist mit den Zahlungen des gelieferten Erzes arg im Rückstand. Die Klage wird abgewiesen, mit der Begründung: Die Lieferungen lagen langer als 2 Jahre zurück und somit sind die Forderungen verjahrt. ( Lohne der Arbeiter!!! Dabei handelt es sich um gelieferte Ware.) Mit Leibeigenen konnte man sich das erlauben.


1760 Baron von Cassal sucht in Weyer nach Rasenerz.


1761 24. Mai Laut Abrechnung lieferte Ansemburg 608.134 kg Kriegsmunition nach der Festung Luxemburg. Laut einem anderen Dokument sind es 689.761 kg, welche 795 Barren ausmachen. Für die benotigte Holzkohle wurden 420 ha Wald in einem Jahr abgeholzt.

Die Schmiedemeister errechnen,dass bei der Weiterverarbeitung von Rohguss zum Schmiedeeisen ca.27% Verlust anfallen.


1765 Die Erzschürfer aus Hagen liefern nach Ansemburg.


1765 Faktor Jakob Simon kauft für den Hüttenbesitzer von Cassal 1000 Fuhren ( Teimer)Rasenerz zum Preis von 200 Gulden, lieferbar innerhalb 3 Jahren.


1766 Laut Ordonnanz vom 12. Marz lasst Kaiserin Maria-Theresia die 1. Volkszahlung in Hagen und Randlingen durchführen. Ergebnis.Hagen zahlt 11 Bauernbetriebe mit Gespann, wovon 6 Erzgruben.Randlingen 4 Bauern, welche alle Erz schürften.

Das Erzgeld: Laut Vereinbarung von 1724 mussten diese 10 Bauern jahrlich insgesamt 36 Reichsthaler bezahlen.


1766 Maniette Peter ist Faktor der Fischbacher Eisenhütte.**


1767 Jakob Simon, Faktor auf der Schmiede in Fischbach kauft auf den Namen des Besitzers Baron von Cassal 2 Erzfelder auf dem Merscherberg.**


1768 Graf L.J. de Marchant et d'Ansembourg, Besitzer der Eisenhütte von Simmern (Simmerschmelz) stirbt total verarmt. Seine Erben verpachten diese Guter an den Schmied N. Picard, welcher in Ansemburg dieses Roheisen weiterverarbeitete. Eine rege Nachfrage nach Kanonenkugeln u.a. ( 25000 Stk. Pro Jahr für die Festung Luxemburg) liess ihn zu Reichtum und spater zu Adelswürden kommen.*


1768 Fischbach. Baron Cassal errichtet einen Hochofen. Das aus Rasenerz gewonnene Roheisen wurde in Dommeldingen weiterverarbeitet. Uberreste eines 1812 errichteten Ofens sind noch sichtbar.


1769 J.J. Antoine Pescatore, nobler und begüteter Burger von Luxemburg greift mit finanziellen Mitteln ein, um das Debakel, welches Graf L.J. de Marchant verursacht hat in Ansemburg und Simmern zu verhindern.


1774 Gründung des Hüttenwerkes Grundhof durch den Englander P. Coumont. Nach Inbetrienahme eines weiteren Ofens in Haller wurden vorwieglich Kanonen für die Englander hergestellt*


1775 Erfindung des Puddelverfahrens durch den Englander Cort (Verwendung von Steinkohle) Die hatte leider keine Auswirkung auf unsere Industrie, da Steinkohle nicht bekannt war.


1776 In Rümelingen wird eine Tabakfabrik erwahnt, nicht unwichtig für die schwer arbeitenden Tagelohner. ( Jicktubak um das permanente Hungergefühl zu unterdrücken)


1777 Weilerbach wird zum I.Mai als Eisenwerk erwahnt.


1778 Ch.J. Collart kauft die total verkommene Hütte Dommeldingen. Er baute diese wieder auf und bringt die Produktion wieder in Gange. Rasenerz aus Bonneweg, Mamer und Hagen wird verarbeitet.


1781 Charles d'Huart übernimmt von seinem Vater das Werk Lasauvage.


1783 Die 13 Zunftmeister der Stadt Luxemburg beschweren sich bei Ihrer Kaiserlichen Hoheit, dass die Hüttenwerke Raubbau im Grünen Wald" betreiben wurden. Die Erben des Baron von Cassal erwidern dagegen, dass durch die permanent zunehmende Bevolkerung die Walder praktisch kahl geschlagen wurden. Auch erinnern sie daran, dass die Hüttenwerke vielen Menschen beim Uberleben helfen würden. Auch wurde der Export des Roheisens dem Land jahrlich 5000 Taler einbringen würde.**


1784 Anton von Cassal wird alleiniger Huttenherr von Fischbach. Am 19.0ktober des selben Jahres hat er einen Teilhaber Herr de Donnea. Beide stellen Johann Dumont als maitre rafineur ein. Trausch wird als Direktor der Hüttenwerke erwahnt.


1785 Der 1. Kokshochofen Frankreichs wird in Creusot in Betrieb genommen.


1791 In England gibt es mittlerweile 107 Hochofen, davon 22 mit Holkohle und 85 mit Koks betriebene.

(siehe 1750)


1793 De Blochhausen, de Cassal und de Reinach verkaufen ihren Anteil am Erzvorkommen in Mersch an J.P. Warken, Hüttendirektor in Berg und Rollingen. Auf haheren Beschluss wird die Fertigung und Aufstellen von Taken untersagt. Die offenen Feuer müssen eingestellt werden.Kolonnenofen, Pommerofen, KanonenOfen werden in Zukunft hergestellt. Fischbach, Berg sowie Eich stellen prachtvolle Ofen her.**


1795 Der Schnapsbrenner Johann Metz aus Bastnach lasst sich in Luxemburg-Stadt Nieder. Mehrere seiner 9 Kinder sollten eine grosse Rolle in unserer Eisenindustrie spielen.*


1795 Die Schmiede aus Ansemburg liefert wahrend der franz. Revolution fast die gesamte Produktion an Eisenbarren nach Belgien.


1796 In Deutschland, in Gleiwitz nimmt der Schotte John Baildon den 1. Hochofen auf deutschem Boden in Betrieb.


1796 Esch an der Alzette zahlt 690 Einwohner.


1797 14. Juni. In Hagen wird ein garnissaire" (Gendarme) durch die franz. Verwaltung eingesetzt. Dieser soli gewahrleisten, dass samtliches Rohmaterial nach Dommeldingen geliefert wird.


1797 19.Mai. Die Grafin De Marchant et d'Ansembourg übergibt die Führung der Hütten an H. Collart, Schmiedeherr aus Dommeldingen.


1797 Anton von Cassal wird im Bürgerverzeichnis nur mehr als: Antoine Cassal, maitre des forges erwahnt. Trausch wird mit dem Beruf des facteur des forges gefuhrt. Cassal hat Probleme sich die notige Holzkohle, welche ihm bisher zustand zu besorgen. ( 4-5000 Korden per Jahr) Die einheimische Eisenindustrie hat mit folgenden Problemen zu kampfen: Preisverfall beim Eisen, Knappheit und somit hoher Preis beim Holz, fehlendes Geld durch die Kriegssituation, schlechter Zustand der Zufahrtswege, beim Durchzug der franz. Truppen wurden fast alle Transportmittel nebst Pferden beschlagnahmt.


1801 Clairefontaine, zu dem Zeitpunkt noch zu Luxemburg. gehorend nimmt eine Giesserei in Betrieb. Hier werden u.a. herrliche Ofen hergestellt.Besitzer ist Simonet. Lieferanten des benotigten Erzes sind unter anderem die Schürfer aus Hagen.


1803 September. Auf Anraten von H. Collart wird Nicolas Picard, nebst Sohn die Leitung der Verhüttung in Ansemburg übernehmen, bis zu seinem Tod am 25.12.1813.


1803 Ch.J. Collart kauft die Hütte Fischbach mit 2 Hochofen, den Pochwerken, den Hallen und Sagereien. Lediglich die vorratigen Eisenbarren, Rasenerz, Holzvorrate und alle Fertigprodukte bleiben im Besitz von A. Cassal.


1812 Bau eines weiteren Hochofens.


Ebenso 1839 durch den neuen Besitzer A. Gamier. 1857 Stillegung derganzen Anlage, nachdem Eich in Betrieb genommen war.*


1806 6.Marz In einem Bericht des Minen-lngenieurs des Walderdepartements M. Ungeheuer nach Paris findet man eine interessante Beschreibung der einzelnen Werke. Fischbach liegt am Wasserlauf der Ernz. Die Hütten und der Hochofen werden durch einen Teich gespeist. Ch.J. Collart leitet den 1768 gegründeten Betrieb selbst. ( 1745 resp 1761 werden die Ofen aber bereits erwahnt)Die Produkte werden nach Lüttich verkauft. Das erforderliche Rasenerz kommt aus der Umgebung von Reckingen und Mersch zu einem Preis von 45ct. 25-28% Roheisengehalt bei gewaschenem Erz. An Holzkohle werden ca. 1 730 000 kg pro Jahr aus der Gegend angeliefert. Die Hütten, welche 8 Monate im Jahr betrieben werden, haben 20 Selbststandige, nebst 12 Tageldhner beschaftigt. 2 Hochofen liefern 400 000 kg Masseleisen, an 2 Frischfeuern, 1 mSchweissherd, 1 Grobhammer und 2 Pochwerken. Das Werk bezieht zusatzlich Roheisen zum Frischen aus Dommeldingen. Eine Volkszahlung der Gemeinde nennt J. Collart Maitre-forgeron.**


1806 Bergbauingenieur Beaunier halt in einem Bericht fest, dass der Hochofen von Lasauvage teilweise mit Alluvialerz, resp. mit Minette beschickt wird. Andere Quellen weisen auf den franz. Geometer Renaudin aus dem Jahr 1850 als 1. Wiederentdeckung der Minette hin. Im Jahr 2008 wird mit dem Erscheinen des Buchs: welches die Ergebnisse der Ausgrabungen im Raum Bettemburg bewiesen, dass bereits vor 1300 Minette hierzulande wieder verarbeitet wurde.


1806 24. April M. Ungeheuer beschwert sich in Paris schriftlich uber die Nachlassigkeit der Hüttenherren, die nur am Handel mit Holz resp. dem Eisenhandeli Interesse zeigen. Die eigentliche Produktion uberlassen sie ihren Arbeitern.**


1807 Collart ist am Burgermeisteramt interessiert. Die Einwohner mochten ihren bisherigen Amtsinhaber B. Walens behalten und melden dies dem Prafekten Lacoste in Luxemburg.

Begrundung: H. Collart sei wahrend 9 Monaten im Jahr abwesend und wurde sich nur urn seine Eisenschmelze kummern.**


1808 21. Januar. Walens weigert sich dem neuen Burgermeister die Amtspapiere zu ubergeben. Lacoste droht mit Gegenmassnahmen.**


1806 Napol eon erwirkt ein Imporverbot fur englische Eisenprodukte, welche durch Herstellung mit Steinkohle viel billiger war.


1810 21.April Gesetz ( von Frankreich ubernommen ) uber Betrieb von Erzgruben und Steinbruchen, in diesem Dekret wird zum ersten Mai eine Differenz gemacht zwischen Abbau im Tagebau resp.

Stollen. Beim letztgenannten war eine Concession" auf Zeit erfordert, beim Tagebau dagegen lag das Schurfrecht wie seit jeher beim Besitzer des Areals, ohne Zeitbegrenzung. Dieses stark umstrittene

Gesetz hatte seine Gultigkeit bis 1870. Napoleon hatte per Dekret Nr. 243 vom 6. August 1809 die gesetzliche Basis fur Frankreich geschaffen.


1811 Eine Einwohnerzahlung in Bettingen ( Kleinbettingen ) ergab, dass mangels Verdienstmoglichkeiten manche Ansassigen in ihrer Freizeit Erz gruben, welches mittels Pferdekarren nach Clairefontaine,Simmern oder Ansembourg gebracht wurde. In Hagen gab es 28 Erzbauern, in Bettingen und Grass je 3. Zusammen lieferten sie damals 1969 Waagen (Teimer) zu 12 Kasten nach Clairefontaine( 1368) Simmern (547) Chatillon-Belgien (16 ) Luxeroth (28)


1811 Laut Dokumenten uber die Simmerschmelz betragt der Tageslohn fur einen Arbeiter 1,35 Fr. Fur ein Pferd wird dem Besitzer 1,50 Fr. taglich bezahlt

Den Huttenbesitzern bleiben nach Abrechnung samtlicher Unkosten im Schnitt sagenhafte 20-25% netto vom Umsatz als reiner Gewinn.


1813 Die industrielle Krise, europaweit, hat zur Folge, dass das Werk Berburg stillgelegt wird. Seit der Grundung 1754 hatten J.L. Fabert, anschliessend J.N. Collart aus Schengen ihr Gluck vergebens

versucht.


1813 Ch.J. Collart errichtet in Fischbach einen neuen Hochofen an einer wasserreicheren Stelle als die vorherige Hutte.


1813 Eine Konzessionsanfrage der Herren Blochausen, Legier... fur den Raum Mersch ergibt:

Das Rasenerz ( Korner) wird in Schichten von 2-20 Dezimeter von der Oberflache bis in eine Tiefe von ca. 11 mtr. geschurft. Bei dickeren Schichten ist meist eine Bodenschicht bis zu 6 Dezimeter dazwischen. Das Erz wird vorwiegend im Tagebau gewonnen, Schachte von bis zu 12 Fuss sind ebenfalls die Regel. Laut einem Bericht des Burgermeisters Neuens aus dem Jahr 1808 sind ca. 120 Leute im Merscherberg mit dem Abbau beschaftigt. Bissen, Colmar sowie Fischbach sind die

Abnehmer.

1814 H.J. Collart pachtet 4 Waschen fur Rasenerz auf dem linken Eischufer fur 34 Fr.

1815 Der Ofen in Dommeldingen wird stillgelegt. Das Roheisen wird aus Fischbach und Berburg, welche ebenfalls im Besitz von Collart sind angeliefert.

1815 Simmern und Ansemburg werden von J.P. Picard ubernommen. Die Anlagen werden 10 Jahre danach provisorisch stillgelegt.

1816 Hyacibthe Joseph, Besitzerin des Huttenwerks in Colmar-Berg heiratet Ch.A.AIph. du Pasquier, Baron Dommartin.

1817 J. Cockerill grundet im Kohlenrevier von Seraing seine Eisenindustrie.*

1818 Graf von Furstenberg, Huttenherr in Bissen kauft die Antimongrube in Goesdorf. Dieselbe wird 1827 von der Soc. de Luxembourg ubernommen,die Belg.Revolution von 1830 beendet jegliche

Tatigkeit.*

1818 7. Juli Die erste Minette ( Eisenerz ) wird zwischen Esch und Rumelingen geortet. Da reiche Rasenerzvorkommen die ganze Minettegegend formlich

uberschwemmten, war kein Interesse am Abbau vorhanden.*

1820 In einem Bericht wird der desolate Zustand der Anlage in Colmar-Berg erwahnt. Sechs Jahre spater wird eine Werkstatt sowie eine Giesserei errichtet.

1827 Die Soc. de Luxembourg, welche den Kanal von der Maas bis zum Rhein bauen will und ebenfalls die Mine von Goesdorf ubernimmt wird gegrundet.

Die Arbeiten am Tunnel von Hoffelt beginnen von beiden Seiten.

Auf diesem Kanal sollten Schaluppen , welche 40 Tonnen transportieren konnten verkehren.

Auch hier wird mit Beginn der belg. Revolution das Projekt fallengelassen.*

1828 Das Werk Lasauvage wird an die Consorten Aube und Manuel verkauft.

1835 Esch hat 1339 Einwohner.

1836 Aug. Metz aus Berburg erbittet eine Konzession uber 8 boniers, 58 perches,90 aunes" auf der Te'tengerheyd auf 9,6,9 Jahren. Genehmigt am 27.8.1837 fur 5 Jahre zum Preis von 80 Centimes je

1000 kg gewaschenen Erzes ( Rasen-oder Bohnerz mithin)

Anschliessend erhalt derselbe im Gemeindewald- auf,, PlSkegplatz" eine Flache von 3 ha 18 a 70 ca auf 14 Jahre zum Preis von 1 Franken je Tonne Wackeminett" auszubeuten.

Schaden, beim Abtragen, welche nicht ausbleiben am Gelande sowie den Feldwegen sind von Metz und Konsorten auf ihre Kosten zu beheben.

1837 Das Land zahlt ca. 190.000 Einwohner. 1705 Brennereien distillieren jahrlich

In den kommenden 50 Jahren im Schnitt 440.000 Itr. Obstbranntwein sowie 520.000 Itr. Kartoffelschnaps.*

1837 oder 1834 Die Aug. Metz et Cie wird als Familienunternehmen gegrundet. Aug. Metz, der das Unternehmen leitet, ist erst 25 Jahre alt.

Metz hat bereits die reichen Minettevorkommen erkannt* Sie pachten in diesem Jahr das seit 1813 stillgelegte Werk Berburg fur die Dauer von 10 Jahren. Die Ofen wurden teils mit Minette aus Audun-

le-Tiche uber den Wasserweg Diedenhofen-Grevenmacher, anschliessend auf dem Landweg nach Berburg geliefert, betrieben. Aus dem Raum Capellen wurde noch Rasenerz geliefert. Die Qualitat

des hergestellten Eisens hatte ein sehr hohes Niveau.

1839 30.04. Bernard Rouaud ( Ronand) aus Audun erbittet beim Prefekten der Moselle" eine Concession uber 24 ares im Pfaffendal urn Eisenerz ( minerai de fer ?) abzubauen

1839 Roheisen aus Rasen-sowie Bohnerzproduktion 7 000 Tonnen.

Schmelzofen: 2 in Fischbach, 2 in Bissen, 2 in Rollingen, 1 in Berburg, ColmarJ3erg Grundhof, Simmerschmelz (Ansemburg)und Dommeldingen.

Das Rohmaterial wurde von den Bauernfamilien ( Kinderabeit) ab Herbst bis zur neuen Aussaat auf den Feldern aufgelesen. In einem nahen Bach wurde das Erz

gewaschen". Anschliessend mit dem Teimer" an die jeweiligen Hutten geliefert.*

1840 In diesem Jahrzehnt begann mit der Errichtung der ersten leistungsfahigen Hochofen die intensive Bohn -und Rasenerzausbeutung. Infolge dessen verschmutzten die Bache, an welchen die Erzwasche vorgenommen wurden derart, dass Uberschwemmungen an der Tagesordnung waren.

Die Schurfung erfolgte im Tagebau, in Gruben, Graben und Schachten.

1840 In den Kohlebergwerken von Tyneside ( England) lag der Anteil der Kinder unter 13 Jahren bei 41% der Belegschaft von 8500 Beschaftigten.

1841 Ein Ofen der Anlage Simmern/Ansemburg wird wieder in Betrieb genommen. Dieser wird von Aug. Metz & Cie gemietet.

1841 J.B. Manuel und P. Giraud ubernehmen den Betrieb von Lasauvage und bauen einen 2. Hochofen . Es wird ausschliesslich Bohnerz (fer fort) mit Holzkohlen verarbeitet.

1841 Die Herren Manuel und Giraud erhalten die erste Genehmigung in Luxemburg fur den Untertageabbau" der Minette. 1 Jahr spater werden die Tatigkeiten bereits wieder eingestellt.

1841 Insgesamt 11 Hochofen sind hierzulande in Betrieb. Dieselben erzeugen zusammen 7.300 Tonnen Gusseisen, wovon aber nur 5657 to zu Eisen veredelt werden.

1842 Esch-A. zahlt 225 Hauser" bei ca. 2000 Einwohner.

1842 Luxemburg tritt dem deutschen Zollverein bei, nach 3 jahrigen Verhandlungen. Dieses Abkommen sollte bis zum Ende des 1. Weltkriegs 1918 dauern.

1843 Die Grube St Michel in Audun nimmt die Forderung auf.

1843 Schifflingen zahlt 613 Einwohner in ca. 100 strohgedeckten Hausern. Es sind dies Tageldhner, Bohnerzwascher, Holzfaller ( Hoizkohle)

1845 Die Aug. Metz et Cie erfragt die 1. Ermachtigung zur Erstellung eines Kokshochofens in Eich. 1854 Leitung der Gesellschaft durch Norbert Metz.

1904 wird durch Fusion mit H. Le Gallais die Forges d'Eich Le Gallais, Metz et Cie

entstehen. Hiermit ist das Schicksal der Hutten von Simmern, Grundhof, Berburg und Fischbach ( bereits 1842) besiegelt.*

1845 Der hollandische Konig Wilhelm II ubernimmt vom Baron Pasqier die Hutte in Colmar-Berg und Rollingen fur 632.000 Gulden., Ein zweiter Ofen sowie weitere neue Installationen erlauben die

Spezialisierung der Giesserei auf Ofen, Ofenplatten (Taken) und landwirtschaftliches Material.

1845 De Lathuilerie errichtet auf der Hutte Colmar Berg eine Fabrik fur landwirtschaftliche Maschinen, etwas spater wurden Fabriken in Weilerbach sowie Lintgen, 1873 kam Wecker hinzu.*

1845 G. Kind macht die erste Tiefenbohrung in Mondorf. In der Tiefe von 726 mtr. wird er fundig. Die 1. Heilquelle, auf der Suche nach Salz tritt zu Tage.*

1846 G. Pescatore (den blannen Pescatore ) baut den ersten Hochofen in Steinfort.

1846 In Lasauvage wird zum 1. Mai Minette als auch Bohnerz im neuerbauten 3. Hochofen verarbeitet. Der Schmelzvorgang wird mit Hoizkohle sowie mit Koks erprobt.

1847 Die Aug. Metzgesellschaft baut einen weiteren Hochofen in Eich, der erste hierzulande, welcher mittels einer 10CV Dampfmaschine funktionniert.

1847 Rollingen wird stillgelegt.

1848 Norbert Metz tritt als Finanzadministrator in die Regierung unter J.J. Wilmar ein. Dieses Amt gibt er 1854 nach dem Tod seiner beiden Bruder auf.

1848 Die Schmiede in Ansemburg stellt ihre Tatigkeit ein.

1849 10. Juni Aug. Metz ersteht im Rumelinger Gemeindewald eine Konzession uber 20 ha auf 7 Jahre zum Preis von 1,50 Fr. Pro Tonne. Die bereits erteilten Konzessionen werden im Preis auf

dieses Niveau angehoben.

1850 Wiederentdeckung der Minette" Der Lothringer Wegewarter Renaudin erkannte bei Gelegenheit einer Jagd in

der Umgebung von Esch die Minettesteine. Die Einheimischen und Verwandtenen nannten diese bisher Backuewenstein" wegen der hohen Hitzebestandigkeit*

Bei dieser Gelegenheit wird er wahrscheinlich den bekannten Spruch:" Dir meng le'f Jong, dat ass sech de la mine" von sich gegeben haben.

Aug. Metz lasst eine Fuhre Minette nach Eich ( oder Berburg?) zwecks Analyse bringen. Das Resultat ist bekannt, Metz kauft anschliessend uber Strohmanner alles an Erz

feldern auf, was moglich ist. Die Aera des Minetteabbaus und somit der Grundstein

fur den Reichtum unseres Landes ist eingelautet. Der Eisengehalt variiert von 27-33%

Die Erzlager ( Osten) von Esch, Kayl-Rumelingen, Dudelingen sind kalkhaltige Erzlager, diejenigen von Rodingen, Differdingen und Beles (Westen ) kieselsaure.

1850 Viele Erzhandler ( GossHandler) trauten sich nicht an dem Geschaft mit dem Eisenerz ( Oolithisch) teilzunehmen, da auf dem Handel mit dem Rasen-oder Wiesen-oder hauptsachlich das

bessere Bohnerz (da fast phosphorfrei) hohere Profite erzielt wurden. Auch hatten die Alluvialerze einen viel hoheren Eisengehalt.

1851 Bei der Erschliessung der Kalksteinbruche im Raum Differdingen fiel sehr viel an Abraum an.

1852 Aug. Metz ubernimmt die 10 Jahre vorher stillgelegte Anlage in Fischbach.

Jetzt wird sowohl Rasen- als auch Oolitisches Erz ( Minette ) verarbeitet.

1852 Aug. Metz ubernimmt kurze Zeit das Huttenwesen von Ansemburg/Simmerschmelz. Vier Jahre spater kommt fur die veraltete Anlage das definitive Aus.

1853 N. Gonner aus Rumelingen bringt es zu Reichtum als Minenbesitzer.*

1854 Ch. Und J. Collart ubernehmen die Huttenwerke in Steinfort von G. Pescatore.

1854 In Biwels wurden Barytvorkommen entdeckt.

1854 Peter Kaempff, Goldschmied aus Luxembg. ist einer der Teilhaber an der Antimongrube in Goesdorf.

1855 Esch bekommt seine 1. Wasserleitung. Die Pumpstation wird im Quartier" errichtet.

1855 30. Mai Der Kayler Gemeinderat vergibt die 1. Erzausbeutungserlaubnis.

1855-60 Metz und Tesch grunden das Werk Burbach (Saarland)

Rochling baut eine Hutte sowie ein Rohrenwerk in Pont-a-Mousson (Frankreich)

Kramer aus St. Ingbert kauft die Hutte von Quint aus Trier, (Taken und herrliche gusseiserne Ofen als Spezialitat) wird spater Teilhaber

bei der Grundung von Differdingen.*

1855 H. Bessemer aus England erfindet das Verfahren Roheisen in Stahl umzuwandeln. Einblasen von Luft in das flussige Rohmaterial.*

1856 Das Werk Dommeldingen wird stillgelegt.

1856 V. Tesch Luxemburger aus Messancy grundet mit Nic. Berger aus Roodt in Burbach die S.A. des Mines du Luxembg.et des Forges de Saarbruck. Die Minette wurde auf dem

Landweg zur Mosel gebracht, anschliessend auf dem Wasserweg zur Hutte. Die Kohle war reichlich im Saarland vorzufinden. Hintergedanke: Durch den Standort Burbach-Volklingen

wurden die Zolle, des Zollvereins hinfallig.

1857 Ch. und J. Collart ubernehmen die Huttenanlage in Steinfort von G. Pescatore.

1857Aug. Metz (jungster der Metzbruder) errichtet einen zweiten Hochofen in Eich, welcher mit Koks befeuert wird. Fischbach, Bissen und Simmern werden definitif stillgelegt.

1857 Norb. Metz wird wieder als Politiker (Abgeordneter) tatig und zwar bis zu seinem Tod im Jahre 1885.

1857 Audun betreibt einen Hochofen" welcher mit Holzkohle funktionniert. Besitzer Familie Bauret.

1858 Die Gebruder Collart errichten einen 2. Hochofen in Steinfort.

1858 20.04. Erster nachweisbarer Verkaufsakt durch de Premorel an den Huttenherrn von Lasauvage P. Giraud uber 5,41 ha sowie 20 ha an der Grenze.

1858 Das Werk Bissen stellt ausschliesslich Nagel her. Ansemburg stellt samtliche Aktivitaten ein.* (Aug. Metz & Cie.)

1858 Hollerich: Inbetriebnahme der Hutte Servais freres et Cie. Verabeitung von Rasenerz aus dem Raum Capellen, Hagen.*

1858 Die Aug. Metzgesellschaft baut einen dritten Hochofen in Eich, welcher mit Koks betrieben wird.

1859-1866 Mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecken im Suden und Osten des Landes erlebt die Eisenindustrie einen enormen Aufschwung. Kohle und Koks konnen schneller und gunstiger

eingefuhrt werden. Esch wird 1860 an das Bahnnetz angeschlossen.

1858 Dommeldingen. Errichtung von Hochofen, welche mit Minette und Koks beschickt werden. Das hier erzeugte Stahl wird mehrheitlich nach Deutschland und Belgien ausgefuhrt.

1860 Die Eisenbahnstrecke Nortzingen-Rumelingen-Ottingen wird unter der Schirmherrschaft des Grafen de Hunolstein gebaut.

1859 Nach den Umstellungen der Ofen der Metzfamilie in Eich auf Koks wird Berburg ausser Betrieb gesetzt.

Die Gesellschaft erfagt die Ermachtigung in Eich 4 weitere Ofen nach dem Puddelverfahren, nebst anderen Instalationen zu errichten.

1862 P. Giraud erfragt eine Konzession zum Erzabbau (Tagebau) bei der Gemeinde Differdingen. Die Anfrage wird negativ beantwortet.

1862 10. November Emii Mayrisch wird in Eich geboren, als Sohn von Mayrisch ( Leibarzt von und seiner Gattin geb. Metz

1862 Die Gebruder Ch. und B. Servais pachten die Werke in Colmar-B. Sie stellen die HochSfen auf Beschickung mit Koks urn.

1863 Majerus und Schoeller ubernehmen vom vorgenannten Werk die Giesserei. Alle moglichen Gussteile, sowie emaillierte Topfereiware wird hergestellt.

1862 Der Gemeinderat Kayl verweigrt die Genehmigung zur Anlage eines Pulverlagers auf Brommeschberg, wegen der Nahe zu den Ortschaften Kayl und Tetingen.

1864 Die luxembg. Handelskammer gibt die tagliche Ausbeute an Rasenerz noch mit 320.000 kg an. Abbaustellen uber und unter dem Ackerboden waren in Linger- Hierschtbierg-Athus-Kuntzig-Selange-

Guerlange-Bettingen-Schuweiler-Bettemburg-Abwei Kahler-Kleinbettingen-Hagen-Bonneweg-Hesperingen

Cruchten.

1864 Die Fa. Collart erhalt eine 1. Concession im gebrannte Bosch" in Rumelingen zum Preis von 40 Per Ar.

1865 Der alteste Hochofen aus Eich ( 1845 ) wird auf Koks umgestellt.

1865 Die 2 Hochofen von Dommeldingen werden errichtet, sie sind mit Cockerillgeblasen ausgestattet. Die Gesellschaft wird, da Aug. Metz seit 1853 verstorben ist, in Soc.des Forges d'Eich

Metz & Cie umgetauft. Kapital 5.000.000,-Franken.

1865 Die Gebruder Collart bauen einen weiteren Hochofen in Steinfort, welcher mit Koks betrieben wird.

1866 10. Juli Die Soc. des mines de Luxembg. Stellt den Antrag einen Plang" d.h. einen Bremsberg urn Brucherbierg anzulegen.

Weitere Bremsberge in Kayl waren Tabary-Ke'grond" 1903 sowie Halanzy-Re'schlerkopp"1867

1867 14. Juli Die Genehmigung zur Anlage eines fachgerechten, abgesichterten Pulverlagers im Brucherberg wird vom Kayler Gemeinderrat erteilt.

Dieses wird nach Uberprufung auf eine Lagerung von 1000 kg Sprengstoff 1875 ausgebaut.

1868 In Dommeldingen werden 2 weitere, noch leistungsfahigere Ofen hinzukommen. In diesem Werk wird wahrend 40 Jahren ausschliesslich Gusseisen hergestellt.

1869 28. April. Die Prinz Heinrichgesellschaft wird gegrundet. Amtsstube Notar J. Ulveling in Remich.

1869 Die Eisenhuttenwerke der Gebruder Stumm aus Neunkirchen kaufen jede Parzelle an Gromperenbuedem" im He'sengergrond von den ansassigen Kleinbauern zu einem Judenpreis auf.

1869 Audun - Die Firma Bauret-Lejeune baut einen Hochofen, welcher mit Koks betrieben wird.

1869 Die Mineninspektion zur Uberprufung der Sicherheitsvorschriften und Arbeitsbedingungen wird ins Leben gerufen.

1873 Mit Eoffnung (1. August) der Prinz Heinrich-Eisenbahnlinien Esch-A.-Petingenbis nach Steinfort ging die Ara des Alluvialerzes ihrem Ende entgegen.

1875 Die Werke Simmern 1864, Fischbach 1775, Berburg 1768 sind stillgelegt.

Eisenerzgewinnung 910 000 to, davon 36% in den modernen Ofen von Dommeldingen, Eich, Steinfort und Hollerich, welche auf Koks umgestellt haben.

1870 Esch hat 2253 Einwohner.

1870 Esch-A- Grundung der Brasseursschmelz durch P.Brasseur-Wurth, diese wurde spater in Usine Terre Rouge ( Rothe Erde ) umbenannt.

L. Metz und Sohn N. Metz errichten die Metzeschmelz.*

1870 Die Huttenwerke Esch werden gegrundet, zusammen mit der Soc. des Forges Burbach, spater in ARBED Esch-Schifflingen umbenannt. N. Metz, welcher im Voraus 23 ha an Land sowie das

Schloss Berwart in Esch gekauft hatte, leitete dieses Unternehmen zusammen mit seinem Freund und Teilhaber V. Tesch. Bis 1873 wurden insgesamt 4 Hochofen in Betrieb genommen, welche im

Rekordjahr 1881ca. 146.000 to Gusseisen herstellten. Die Halfte der Produktion ging aus zolltechnischen Grunden nach Burbach zur Weiterverarbeitung.

1870 Durch ein neues Gesetz, welches das Dekret von 1810 ablost, sin konzessionspflichtig:

1) Die Flachen rechts der Alzette ( Esch-A. Kayl, Rumelingen, Dudelingen, falls die abbaufahige Schicht eine Hohe von 6 mtr. uberschreitet.

2) Die Flachen links der Alzette ( Das Becken von Differdingen ) wenn die Schicht, welche mit Stollen betrieben werden kann 24 mtr. uberschreitet.

Die Besitzer von konzessionspflichtigen Flachen hatten Anrecht auf eine einmalige Zahlung von 200 Fr. per ha.

1870 H. Gonner fils ersteht von der Gemeinde Rumelingen eine Parzelle von 2 ha 12 a auf dem Hutberg fur 50 000,- Fr.

1871 Ausfuhrverbot fur einheimisches Eisenerz. Die Forges d'Eich und die Soc. Mines du Luxembg.et des Forges de Saarbruck errichten 1871 den 1. Ofen in Esch-Alzette, Grundung hiermit von Arbed-

Esch.*

1872 In den Gemeinden Audun und Aumetz arbeiten 158 Arbeiter im Bockholtzarear Sie fordern 18 817,61 Alluvialerze fur die Hutte Villerupt.

1872 In der Region Audun, Russange, Ottange und Marspich gibt es 9 Eisenerzabbaustellen. 143 Arbeiter fordern hier 107 8291 Minette.

1872 Der Bahnhof von Audun ist fertiggestellt.

1872 Die Hutte von Micheville nimmt ihre Tatigkeit offiziell auf. Sie befindet sich teilweise auf dem Gelande von Audun ( Deutschoth) Hervorgegangen aus den mittelalterlichen Schmelzen der Herren

von Audun wird sie dieselben bald an Bedeutung ubertreffen. 1910 arbeiten 3 500 Arbeiter im Werk, das uber 6 Hochofen verfugt.

1872 Louis Godchaux, Textilfabrikant in Hamm grundet die Pulverfabrik in Kockelscheuer. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel steigerte sich die Produktion von 150 to auf 2.110 to im Jahr 1913.

1872 Gonner Nic, Munier und Helson errichten in Rumelingenn nahe Tetingen eine Hutte.

1873 Die 2 Bruder Henri und Jean Massard, Mechaniker erwarben die Huberty's Muhle am Kaylbach. Hier errichteten sie eine noch heute bestehende Eisengiesserei.

Produkte der Firma, welche einen uber die Grenzen hinaus guten Ruf hatten: Kipplore-Selbstentlader, idem ohne Kippvorrichtung, Kipploren, Holztransporter ( Trick)Arbeiter

Transportwgen, Lore zum Transport von Schienen, Gleisteile, Drehscheiben fur Gleise, Weichen.

Einen hohen Bekanntheitsgrad haben auch heute noch die Gussteile wie Taken ( Repliken) Backofenturen.

1873 Die 1. Barbaramesse wird zelebriert. Fur die Bergleute bedeutet dies in Zukunft ein freier Tag, welcher aber nie bezahlt wurde. (Abrechnung nach Akkord)

1874 Der letzte Hochofen in Eich wird stillgelegt, mangels Anschlussmoglichkeiten an das Schienennetz. Es verbleiben hier nur noch die Giesserei.

1874 7.Juli Minettekonzessionsgesetz. Folgende Gesellschaften haben auf unbegrenzte Zeit eine Geamtflache von ca. 173 ha Erzfelder in Esch.A.Kayl und Petingen:

Metz et Cie 50 ha Ch&J. CollartlOha

Soc. Hauts Fourn. Luxemg. D'Esch-A 52 ha Hauts Forneaux de Rodange 25 ha

Gonner-Munier-Kelson & Cie 36 ha

Hier fur sind wahren 50 Jahren eine gesamte Rente von 130.000 Franken ab 31.12.1875. an den Staat geschuldet.

1874 Juni. In Rodingen wird ein Stollen entdeckt, welcher aus vorchristlicher Zeit stammt.

1877 Die Hutte Lasauvage wird definitiv aufgegeben.

1877 Die Hutte in Steinfort verarbeitet zum ersten Mai Minette.

1877 Aus Rentabilitatsgrunden werden die Hochofen in Colmar-B. stillgelegt. Die Giesserei, sowie Werkstatte zur Herstellung der landwirschaftlichen Metallprodukte werden erfolgreich bis Anfang des 20. J.hunderts weitergefuhrt.

28.03.1878 Der Apotheker Sidney Thomas teilt der Iron and Steel Institute mit, er habe das Bessemerverfahren dahingehend verbessert.dass der Phosphor fast vollstandig entfernt wird. Sein

luxemburger Berufskollege Jean Meyer, zustandig fur die Analysen in Eich, informiert seinen Direktor Emil Metz hieruber.

Meyer erhielt den Auftrag, sich zu Thomas zu begeben, urn die Lizenz fur Luxemburg Zu erwerben.

1878 Die Huttenwerke errichten in Esch das 1. Spital fur ihre Mitarbeiter.

1878 Per Anzeige vom 15.05.lasst die Fa. H.Bauret, Legime & Cie am 6. Juni die komplette Hutte mit Hochofen und Gebauden und den Grundflachen meistbietend versteigern.

1879 Mit Bezug auf das Gesetz vom 24. August 1790 wird in Erinnerung gebracht: Es diirfen als Zugtiere nur Hunde benutzt werden, welche: Die Grosse und Gestalt von Metzger- Oder

Schaferhunden haben, wenigstens zwei und nicht mehr als 10 Jahre alt sind.

1879 4.April S. Thomas fuhrt zum 1. Mai sein Verfahren einer Kommission vor.

1879 Die Grube Doihl in Rodingen nimmt die 1. Seilbahn hierzulande zur Hutte Rodingen in Betrieb.

1879 21 .April Die Eicher Huttenweke sind bereits im Besitz der Lizenz uber das Thomasverfahren, als erste auf dem Kontinent.

1880 F. De Saintignon erhalt eine 1. Konzession fur Erzabbau in Saulnes, da er Besitzer von Erzfeldern in Lasauvage ist, wird ihm die Genehmigung der Ausbeute uber, als auch unter Tage" fur

dieselben erteilt.

1880 10.August. Am spaten Vormittag sturtzt mit Donner und Getdse ein Tausteenblock" von 2-3 000 Kubikmeter in Lausauvage den Hang hinunter. Die Strasse welche zur Hutte fuhrt muss

umgeleitet werden. Der Stein befindet sich heute noch unter dem Namen Rocher de la femme Sauvage" hier.

1880 Der Gemeinderat aus Differdingen, bestehend aus Burgermeister, Schoffen und 7 Rathen, wovon 4 Wirthe sind, verweigern mit alien Mitteln die Stationierung eines Gendarmeriepostens, trotz

manchen Raufereien, Messerstechereien und Schlimmerem. In Differdingen befinden sich insgesamt 60 Wirthshauser.

1880 Mathias Schneider aus Hobscheid erhalt die Genehmigung eine freistehende Herberge ( Holze Brak)in Differdingen-He'sengergrond zu errichten. Die Ara Schneider sollte hundert Jahre dauern.

1881 8.August Ch. und J. Collart erhalten die Konzession Schlossbusch im Escher Ellergronn uber 25 ha .Bereits 1882 wurde hier die erste Minette der Grube zu Tage gefordert.

1881 Die Rumelinger Hutte wird von Pescatore, Zoude & Cie ubernommen. Dieselbe wird erweitert und die Ottingerhutte dazu gepachtet.

1882 15. Februar. Der Jangeli" nimmt die Strecke Fels- Cruchten als Schlussfahrt in Angriff.

1882 Jean Friser, Konstrukteur und Mechaniker errichtet in der Rumelingerstrasse in Tetingen sein 1 .Atelier fur Eisenkonstruktionen.

1882 25Juli Die Dudelinger Huttenwerke, mit einem Kapital von 8 Millionen Franken

( 16 000 Aktien) werden von Norbrt Metz, Victor Tesch, Graf de Bertier, Ch. Simons, Direktor der Interbank, L. Orban, Vizedirektor der Soc. Gen. De Belgique. gegrundet.

1885 funktionniert der 1. Hochofen, Leistung 66 Tonnen Roheisen pro Tag. Verfahren: S. Thomas. 1885/86 werden 2 Ofen hinzukommen.

Der erste Direktor ist J. Meyer, Apotheker aus Eich, welcher die Rechte fur das Thomasverfahren erworben hatte.

Ab 1929-30 werden die alten Ofen durch neue ersetzt, welche 5oo Tonnen produzieren. Sie galten als die modernsten Ofen Europas.

1882 Differdingen. Die Gemeinde genehmigt der S.A. Lorraine Industrielle auf einem Areal von 6,67 ha. an der franzosischen Grenze ( Lasauvage?) Eisenerz auszubeuten und die Ablagerung der

anfallenden Schlacken. Diese Genehmigung ist mit einer ganzen Reihe von Bedingungen verbunden.

1882 Der Graf und Minenherr F. De Saintignon erfragt eine Abbaukonzession uber 50 ha, mit der Begrundung: Wir sind die einzigen Huttenbesitzer in Luxembg. welche uber keine eigenen Erzfelder

verfugen.

1882 6. Mai Differdingen. Kinder, welche mindestens 10 Jahre alt sind, werden infolge eines ministeriellen Beschusses im Monat Mai der Schule fernzubleiben urn den Eltern bei der Feldarbeit zu

helfen. Am 31. Mai wird diese Dispenz fur den Rest des Schuljahres verlangert.

1882 22.Juli. Differdingen. Die Zahl der Minettsarbeiter hat seit Jahren drastig zugenommen. Dadurch steigt die Zahl der Diebstahle, Streitfalle, Totungsdelikte. Die Lokalmiliz ist uberfordert. Der

Gemeinderat erbittet eine halbe ( 3 Mann ) Gendarmerie Brigarde als Verstarkung.

1882 19. August. Hussigny. Die hiesigen Hutten lagern standig Schlacken zur luxembg. Grenzeab. Somit ist dieselbe urn einige Meter verschoben. Die franz. Behorden werden aufgefordert in dieser

Angelegenheit bei den Industriellen zu intervenieren. ( Sitzung Gemeinderat Differdingen )

1882 12. Dezember. Differdingen. Niederkorn besitzt Erzlager in den Orten Kaschtel" und Hundsbusch" von 91,14 ha. Ein Kaufangebot uber 71.000 Fr. liegt vor.

Am 23. Dezember wird das Angebot als ungnugend angesehen.

1884 Mai. Die Giesserei Woll & Jacque installieren 18 Strassenlaternen in Differdingen, welche mit Petroleum funktionnieren.

1885 Dudelingen erhalt die 1. Pflegestation fur die Huttenarbeiter.

1885 Der nationale Berbau beschaftigt 3.945 Arbeiter bei einer Produktion von 2.648.499 Tonnen. Die hochste Belegschaftszahl wird 1900 mit 6.207 Arbeitern und einer Tonnage von 6.139.434

erreicht.

1886 Bei der Herstellung von Stahl nach dem Thomasverfahren fallt der fur die

Landwirtschaft interessante Kunstdunger Thomasmehl an. Die Landwirtschaft im Osling bluht formlich auf.

1886 Der Name Emile Mayrisch taucht zum ersten Mai in der Geschichte der einheimischen Eisenindistrie auf. Nach Studien an der technischen Hochschule in Aachen wird er als Chemiker in

Dudelingen angestellt.

1886 10.Aug. Die Soc. H.F. Longwy& Lasauvage, F. De Saintignon & Cie kaufen ein Areal von 45 ha im Herrenbusch ( Fichten) zum Preis von 100.000 Franken von A. de Premorel.

1887 Die Bruder Collart erwerben ein nicht konzessionniertes Erzgelande im Ellergrund( Esch-A.) Welches im Westen an die Grube Katzenberg und im Suden an den Heintzenberg grenzt. Ab 1891

wurde hier Erz abgetragen".

1887 Die Hutte Pescatore, Zoude & Cie in Rumelingen wird stillgelegt.

1887-1891 E. Mayrisch ubt in Rodange das Amt des Verantwortlichen der Hochofen aus. Anschliessen kehrt er wieder nach Dudelingen zuruck als Direktionssekretar.

1888 Die S.A. des Hauts Fourneaux de Rumelange wird ins Leben gerufen ( Belg. Kapital)

1889-1899 3 neue Hochofen kommen in Dudelingen hinzu.

1889 Die J.Kihn S.A. in Rumelingen wird als Werkstatt fur Spezialteile wie Eisenbahnweichen usw. gegrundet.

1890 Die Eisenerzmine St.Michel in Deutsch Oth nimmt ihre Tatigkeit auf. ((Jntertagebau)musste samtliche Minette welche in vom Staat konzessionierten Gruben abgebaut wurde hierzulande

verhuttet werden. (Verhuttungsklausel)

1891 Durch Gesetz vom 10.April sowie vom 13.April 1892

1891 Da reger Bedarf an Arbeitskraften herrschte, welcher von den Preisen" und Pollaken" nicht mehr gedeckt wurde, kamen die ersten Italiener ( Biiren) ins Land. Durch das Volkergemisch an rauhen Kerlen, meistens Junggesellen, waren Raufereien und Schlimmeres nach Feierabend normal.

1891 Der luxembg. Ingenieur P. Wurth ubernimmt eine kleine Kochtopffabrik mit Wekstatt in Hollerich. Dank dem Fachwissen von P. Wurth expandierte die Gesllschaft sehr schnell.

1891 Oktober: Ch. und J. Collart nehmen 2 Gasmotoren in Betrieb, welche ihnen den bitter benotigten Strom fur 2 elektr. Lokomotiven von je 24 KW sowie fur die Pumpen, welche das Grundwasser

abpumpten, nebst Beleuchtung und anderen zeitgemassen Werkzeuge lieferten.

1892 Die Bruder Collart erwerben die nicht konzessionspflichtigen Gelande im Ellergronn Heintzenberg 13,08 ha. 1898 kommt die Flache Katzenberg 12,01 sowie 1913 die Konzession Eichels

uber 51,97 ha hinzu. ( Gesetz vom 10.April 1891 )

1892 Die Forderung im Heintzenberg betrug bereits 47 000 to.

1892 Eine Seilbahn von 4 483 mtr. Lange fordert die Minette von Audun zu den Hochofen von Esch-A.

1894 Die Bruder Collart tauschen mit der ARBED ein Gelande, somit sind die Stollen Heintzenberg mit Schlossbusch verbunden.

1894 In Rumelingen entsteht das 1. Zementwerk, Brasseur, Lambert et Cie"

1894 Beginn der industriellen Herstellung von Kalziumkarbid. Durch das Zusammenkommen von Karbid und Wasser entsteht das Acatylengas,dessen Flamme eine grelle weisse Flamme erzeugt.

1895 Kayl Im Tagebau , im Rischelerloch wurden mehrere Kreuzgange im grauen Lager gefunden. Diese durften aus der Romerzeit stammen. Auch wurden in der Umgebung Eweschbour resp.

Kuhgrund eisenhaltige Schlacken gefunden.

1896 Dudelingen: Die Herren Emile Mayrisch, als Techn. Direktor sowie Alb. Van Gogh, Leiterder kommerzielen Abteilung ubernehmen die Nachfolge von J. Meyer nach Differenzen im Verwaltungsrat.

1896 18.Mai Grundung der Hutte Differdingen durch P. Wurth mit einem Kapital von 4 Millionen. S.A. des Hauts Fourneaux de Differdange.

1897 14.Marz. Vorgenannte Gesellschaft erfragt die Genehmigung zum Errichten von 4 Hochofen, nebst der notigen Infrastruktur urn ca. 250.000 T. jahrlich zu produzieren.

1897 Die Untertagegrube Montrouge aus Deutschoth liefert Eisenerz zur Hutte in Esch-A.

1897 Auf Initiative von E. Mayrisch werden auf dem Werk Dudelingen die ersten Arbeitervertretungen eingefuhrt.

1897 27. Okt. Die Soc. des Hauts Forneaux et Acieries de Differd. St Ingbert Rumelange ( Kapital 4 Millionen Franken) nimmt den 1. Hochofen in Differdingen

In Betrieb. Ein 2. Ofen wird am 5. November urn Mitternacht angestochen.

1898 1. Hinweis auf die Grube Galgenberg in Beles durch Waver-Delfosse. Die effektive 1. Schurfung ist nicht bekannt.

1898 16.0ktober. Das Werk Differdingen walzt den 1. Greytrager. Das vom Amerikaner H. Grey entwickelte Produkt, verbessert drch Ingenieur Paul Wurth und Emil Bian erlangt Weltruf.

Ab 1902 funktionniert das neue Grey Walzwerk.

1898 Die Grube Thillenberg ( Stollen) nimmt mit einer Konzession von 64,5 ha den Betrieb auf. Bis zu ihrer Schliessung 1981 wachst sie zu der grossten, exklusiv Untertagegrube Luxemburgs .

1899 20.Okt. Burgermeister Massard erteilt J. Friser die Genehmigung eine Eisengiesserei in Tetingen aufzubauen. ( Neben der Schuhfabrik Hubert.) Sein Sohn Ady spezialisiert sich in den dreissiger Jahren auf u.a. Grubenforderwagen jeglicher Art nebst dem von den Bergleuten benotigten

Zubehor.

1899 21. Dez. Die Gemeinde Differdingensieht vor eine Strassenbeleuchtung mit 80 Lampen zu errichten. Der Strom soil gratis von der Hutte bezogen werden. Das Projekt wird nie ausgefuhrt.

(siehe 1903)

1900 Die ersten Acetylenlampen (Karbidlampen) werden im Bergbau eingesetzt.

1900 3.Marz Infolge der enormen Zuwanderung der italienischen Zeitarbeiter ( saisonniers) waren 4Leute welche in Oberkorn in einem desolaten Raum von knapp 8 qm urn einen Hauch durch giftige

Dampfe eines defekten Kohlenofens erstickt.

1900 Mai. Typhusepidemie in Differingen. Die unbeschreiblichen hygienischen Zustande in den

Unterbringungen der Zuwanderer sind eine Folge derselben. 2000 italien. Leute kommen 1900 nceu nach Differdingen. Dieselben werden in Kellern, ehemaligen Schweine-resp Kuhstallen Oder bis

zu 20 Leuten in einem Raum ohne Fenster, welcher uber 10 Betten verfugt, untergebracht.

1901 31.Juli Grundung der ersten Krankenkassen.

1902 Die Escher Firma Buchholtz& Ettinger fuhren die ersten Karbidlampen ein.

Bald folgt eine eigene patentierte Lampe, die Reform 1, welche viel in Punkto Sicherheit und Handhabung zu wunschen liess.

19.. Die Firma Buchholtz ubernimmt von P. Schiltz ( Luttepitti) aus Tetingen den Verkauf seiner ersten patentierten Lampe namens Excelsior.

1902 Marz. Differdingen zahlt 248 Bistros" In den ersten 3 Monaten sind 20 neue Gasthauser hinzugekommen.

1902 5.April Grundung der 1. Unfallversicherung. Ende des Jahres sind die Belegschaft von 48 Firmen versichert.

1903 Luxemburg zahlt 30 Hochofen. Hiervon sind 27 in Betrieb. Erloschene Ofen sind in Dommeldingen, Rodingen sowie Rumelingen.

1903 Nachdem das Projekt einer elektr. Strassenbeleuchtung 1899 in Differdingen gescheitert war, errichtet die Thuringer Gasgesellschaft eine Gasbeleuchtung.

1903 Hutte Dudelingen. Die Arbeiter, welche seit 25 Jahren im Werk beschaftigt sind, haben Anrecht auf 8 bezahlte Urlaubstage.

1904 28.September. In Esch wird die erste luxembg. Karbidlampe vorgefuhrt.

1904 Der 1. Zug fahrt uber den Viaduc" von Audun.

1905 Die S.A. des H.Fourneaux de Rumelange fusionniert mit dem Werk Kraemer aus St. Ingbert. ( S.A. des H.F. & Acieries de Rumelange-St. Ingbert.)

1906 12-14.Sept. Die Seilbahn von Ottingen-Fr. nach Differdingen mit einer Lange von 14 km wird probeweise in Betrieb genommen. Ende Oktober nehmen 235 Buggys" den Transport des Erzes auf,

diese erbringen enorme Transportkostenersparnisse.

1907 Unter dem Impuls von E. Mayrisch wird die Produktionskapazitat in Dudelingen durch Anschaffen der neuesten Anlagen vervielfacht.

1907 Die Grube Schacht 3" ( Puits 3 aus Deutschoth wird in Betrieb genommen.

1907 Hochwertiges Erz aus Frankreich, Schweden, Spanien, Afrika und Sudamerika wird eingefuhrt

1909 IJan. Differdingen zahlt 13.602 Einwohner. Davon sind: 6.049 Deutsche, 5089 Luxembg. 1.1412 Italiener, die restlichen setzen sich aus 11 Nationalitaten zusammen.

1909 25.April Der Lehrer Michel Lucius ( spaterer weltbekannter Geolog) halt einen Vortrag uber das Thema: Das Alter unserer Erde. Dieser stark besuchten Konferenz sollten nochh mehere bis 1913

folgen,( z.B. Wie Gebirge entstehen und verschwinden) ehe er seine Tatigkeit auf den Olfeldern in Russland aufnimmt.

1909 Die ersten Bergbauschulen zur Vorbereitung auf den Beruf des Steigers, resp. des Geometers wurden in Esch, Rumelingen und Petingen eroffnet.

1909 17. Nov. Emile Mayrisch schlagt dem Staatsminister Paul vor, Je 1 Talsperre in der Our bei Rodershausen, sowie bei Rosport,Ralingen zu errichten. Ziel: Mit der Wasserkraft Strom zu erzeugen.

Realisiert werden die beiden Projekte unter Michel Lucius erst 1959 resp. fur Rosport 1957.

1910 Laut Vertrag vom 24. November liefern die Gebruder Collart dem Wassersydikat Steinfort den benotigten Strom zum Betreiben der Pumpen zum Preis von 6 Centimes je KW. ( Bis 1930)

1910 Ch. Collart verstirbt.

1910 16.April Das Dudelinger Huttenwerk erhoht den Minimallohn der Arbeiter von 3,75 auf 4 Fr. pro Arbeitstag.

1910 Dudelingen. Bau einer Brikettierpresse zum Agglomieren der noch 30-35% Eisen enthaltenden Briketts, welche bisher auf die Schlackenhalde gekippt wurd

1910 1. Dez. Volkszahlung in Dudelingen.

Total: 10.663 Einwohner, davon 1833 Auslander. (1912 bereits 3800 Auslander, 1 Jahrdanach nur noch 1537 Nichtluxemburger.)

1910 11. Dez. Dudelingen verzeichnet die Rekordzahl von 137 Wirtshauser.

1910 Schifflingen 1310 Einwohner. 1912 schnellt diese auf 2787 hoch. Der Erzabbau und die Hutten brauchen in dem Masse Arbeiter, dass der Gemeindesekretar Penne aus manchem 15 Jahrigen einen

16 Jahre alten Borscht", womit er auf der Schmelz Arbeit findet.

1910 3.428.000 Pflastersteine werden von 1910 Arbeitern gebrochen. 1895 waren es noch 1.590.000 Steine fur 949 Arbeiter.

1910 Die Jahresprod. von Dachschiefer schnellt seit 1891 von 8.415.000 auf 23.499.000 Stk. hoch. Die Mehrheit, bei 10 Gruben hierzulande kam von der Obermosel

Dachschiefer- und Plattenwerk aus Martelingen.

1911 6. Jan. Eine neue Huttendirektorvilla wird auf Kreuzberg errichtet.

1911 Esch uberschreitet die 10. 000 Einwohnergrenze.

1911 Der Abbau des Eisenerzes geschieht fast ausschliesslich unter Tage, er verteilt sich hauptsachlich auf die Gemeinden Esch, Rumelingen, Dudelingen, Beles, Differdingen.

1911 Die Rumelinger Hiitte arbeitet mit dem Werk Differdingen zusammen bis zum Ende des 1. Weltkriegs.

1911 6.Mai Grundung der Alters-und Invalidenversicherung.

1911 30. Okt. Grundung der Arbed" Die Soc. des Forges d'Eich geht in diesen Konzern uber. Nach Stillegung der Ofen stellt Eich sich auf die Fabrikation von Kolonnenofen und sonstige Guss-und Schmiedeteile urn.

Grundungsmitglieder sind:

S.A. des Mines du Luxembg.et des Forges de Sarrebrouck ( Burbach ) Soc. des Forges d'Eich Le Gallais, Metz & Cie ( Eich )

S.A. des Hauts Fourneaux de Dudelange ( Dudelange )

Die Initiatoren hierzu waren: Emile Mayrisch ( Techn.Generaldirektor) und Gaston Barbasson, welche durch ihre Vorfahren Tesch und Metz bereits verbunden waren.

1911 G. Barbasson, welcher ebenfalls Gesellschafter bei der belgischen Zementfabrik BUDA in Haren war, schlug vor, in der Naher des Werkes Schifflingen eine solche Fabrik zu errichten, welche

die Hochofenschlacke und den notigen Strom dem neuen Werk liefern sollte.

1912 Der Tetinger Dorfschuster Mathias Hubert errichtet die bestbekannte Schuhfabrik ( heute Kulturzentrum) Zu diesem Zeitpunkt stellten bereits 25 Leute Schuhe und Gamaschen her.

1912 1. Febr. Die Beamten des Hochofenbetriebs-Dudelingen erhalten monatlich 1 Ruhetag. Die Frauen der Arbeiter erhalten bei Niederkunft eine Beihilfe von 32 Mk.

1912 P. Schiltz prasentiert seine hochwertige Karbidlampe Simplex" Diese Lampe wurde weltweit verkauft.

1912 Am 21.Marz resp. 20. Juni wird aus den Collart Huttenwerke die Hauts Fourneaux et Acieries

de Steinfort".

1912 19. Juni. Die Regierung genehmigt die Vergrosserung des Bahnhofs Steinfort.

Die Steingruben auf Schwarzenhof der Bruder Collart waren als einzige Gruben mit den Gleisen verbunden. Die Gruben Collart lieferten allein mit 6000 Wagen jahrlich die Halfte der geforderten

Steine und des Sandes. Mit dieser Macht konnten sie wahrend 33 Jahren immer wieder verhindern, dass den kleinen Sandgrubenbesitzern Ladequais gebaut wurden. Mehr als 150 Anfragen, welche

positiv von der Gemeindeverwaltung gesehen wurden, wurden von Regierungsseiten und den Eisenbahnbaronen mit alien moglichen Hinhaltetaktiken bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs hinausgezogert.

1912 Felten&Guillaume aus Mulheim-Koln (Tochterunternehmen der AEG aus Berlin ) ubernehmen das Werk Steinfort, als S.A. des Hauts Fourneaux et Acierie de Steinfort, d.h. die Mehrheit der Aktien.

1913 Der Staat verteilt 580 ha Minenkonzessionen an die diversen Huttengesellschaften.

Steinfort erhalt 124 ha 1a 94 ca. ( Eichels in Esch -51,97 ha, Ferme Vesque in Differdingen- 64,04 ha und Heidenfeldchen in Esch -8 ha

1913 21 .Aug. Das Gesetz uber die Einfuhrung der Sonntagsruhe fur die Belegschaft der Hutte Dudelingen tritt in Kraft.

Das Werk beschaftigt 2234 Arbeiter ( 1054 Auslander) Jahresdurchschnittslohn 1.838 Fr.

1964 betragt er 136 703 Fr. Umgerechnet auf den Geldwert ist dies ca. 2,5 mal soviel wie 1913.

1913 Die Arbed grundet eine Interessengemeinschaft mit dem Eschweiler Bergwerksverein, diese bringt die bisher fehlende Kohlenbasis.

1913 P. Schiltz bringt unter der Patentnummer 10136 die Lampe Record auf den Weltmarkt. Vertrieb durch die Fa. Buchholtz. Eine neue Version wurde unter Nr. 10907 angemeldet.

Trotz alien Bemuhungen wurde diese Qualitatslampe oft im Ausland versucht zu kopieren. Die originalen Lampen wurden in den Arbedwerken in Brasilien, sowie in Indien eingesetzt.

1913 Luxemburg zahlt 265.000 Einwohner, davon 39.000 Auslander.

1913 20.Okt. Mme E. Metz-Tesch grundet das Institut E. Metz in Beggen. Erster Direktor dieser technischen Schule fur Huttenwesen war E. Bian. A. Robert leitete

spater dieses Institut wahrend 40 Jahren.*

1913 Eisenerzgewinnung: 7.340.000 to mit 5000 Arbeitern. 1871 schafften 2200 Bergleute 990.000 to.

1914 3.Aug. Erster Weltkrieg. Sofort nach Einmarsch der deutschen Armee wird die Hutte einstweilen stillgelegt.

1917 Die Tetinger Schuhfabrik beschaftigt bereits 70 Leute. Hergestellt werden solide Arbeitsschuhe, Minettsschong ( Brodequin) sowie die ersten Sicherheitsschuhe mit Stahleinlage und Gamaschen. Zur Herstellung eines Arbeitsschuhes wurden 5 verschiedene Lederarten einheimischer Gerbereien

verwendet.

Auch" bessere" Damen-Herren und Kinder sowie Fussballschuhe waren in dem Angebot.

1917 25. Mai Durchschnittslohn eines Bergarbeiters: 13.35 Fr. pro Schicht. eines Huttenarbeiters in Esch: 11,10 Fr

in Dudelingen: 10,58 Fr.

in Dommeldingen: 9,46 Fr.

1917 5.Juni Auf Grund der katastophalen Lebensmittelversorgung in den Stadten legen 10.000 Berg-und Huttenarbeiter die Arbeit nieder. Durch Intervention der Arbeddirektion lassen die

deutschen Besatzer die vorgesehene Einsatze ihrer Soldaten fallen.

1917 Die Kriegsereignisse schlagen sich ebenfalls auf die Produktion der Dachschiefer, Ziegelsteinfabrikation sowie die Keramikprodukte ( Fliesen...) nieder. Da weniger als 25% der Vorkriegszahlen gefordert werden, werden die Halfte der Belegschaften entlassen.

1918 Die Rumelinger Hutte wird geschlossen.

1918 16. Juli Die spanische Grippe verbreitet sich rasend schnell aus.lm Werk Arbed Dudelingen werden 30 Frauen in der Erzhalle (roulage) auf Nachtschicht eingesetzt.

1918 Bis zum Ende des 1. Weltkriegs galten fur die Huttenarbeiter Schichten von 10-11 Stunden.ln Wirklichkeit galten eine Prasenz von 6 Uhr bis 18 Uhr, im 2 Schichtensystem. Jeden 2.

Sonntag mussten die Arbeiter eine doppelte Schicht von 24 Stunden arbeiten. ( Langen Tour)d.h. von Sonntag 6 Uhr bis Montag 6 Uhr. Am Montagabend urn 18 Uhr begann die nachste Schicht

schon wieder.

Fur die Bergleute galten Arbeitszeiten von 8 14 -10 Stunden.

Am 14.Dezember 1918 wurde generell die 8 Stunden Schicht eingefuhrt.

1919 1. Mai Die Arbed schaltet im Bergbau die Unternehmer" (tacherons) aus. Sie werden als normale Belegschaftsmitglieder den Bergarbeitern gleichgestellt.

1919 16. Aug. Wahlrecht fur Frauen wird eingefuhrt.

1919 29.0ktober. Die 48 Stundenwoche bei Schichten von je 8 Stunden gilt generell fur die Industriearbeiter. Die Sonntagsarbeit wird verboten, ausser in den Betrieben, wo auf Schichten

gearbeitet wird, resp. wo es unerlasslich ist.

1919 Die Steinforter Hutte wird unter Sequester gestellt und von der Soc. des Mines de la Loire verwaltet.

1919 4.Dezember. Die Soc. Met. Des Terres Rouges und die Soc. Minieres des Terres Rouges werden gegrundet. Auf Grund des Versailler Abkommens kaufen sie die Gelsenkirchener

Bergwerks A.G. Kapital 100 Millionen belg. Franken.

1919 6. Dezember. In Paris wird die Soc. Miniere des Terres Rouges gegrundet. Damit die Gesellschaft die Besitztumer der Gelsenkirchner ubernehmen konnte, musste es eine Gesellschaft

nach franzosischem Recht sein, welche von einer luxemburger Gesellschaft geleitet wurde.

1920-1937 Jahresurlaub der Huttenarbeiter:

1 Dienstjahr: 2 Tage 1926:4 1937:6 5 3 5 7

10 4 7 8 15 6 7 8

20 8 12 12 30 8 12 13

1920 Mit 50 Dienstjahren erhalten die Arbeiter der ARBED eine Rente die ihrem letzten Monatslohn entspricht. Ihre Witwen erhalten 60 % dieser Betrage.

1920 Ein Huttenarbeiter verdient durchschnittlich 505 Fr. im Monat. Als Miete fur eine neuerbaute Dienstwohnung zahlt er 50 Fr.

1920 Das Zementwerk in Esch-Schifflingen ubernimmt die beiden kleinen Fabiken von Dommeldingen und Rumelingen, welches 1921 stillgelegt wird.

Neue Bezeichnung S.A. des Ciments Luxembourgeois.

1920 Luxemburg hat den deutschen Zollverein verlassen. Aktionare aus Frankreich, Belgien und Luxembg. grunden die HADIR.

1920 Die Gesellschaften Arbed und Terres Rouges grunden eine Gesellschaft, welche zustandig ist fur den Verkauf ihrer Produkte, die Columeta.

1920 Aufgrund von Fehlspekulationen und verlorenen Gerichtsverfahren verarmt, verkauft De Saintignon seine luxemburger Besitztumer an die Rodinger Gesellschaft.

1920 Industriearbeiter, welche 50 Dienstjahre aufweisen erhalten eine Rente, welche ihrem letzten Lohn entspricht. Beim Tod derselben wird die Witwenrente auf 60% gekurtzt.

1920 Die Arbed grundet die Comp. Sid. Belgo-Mineira in Brasilien, in Argentinien beteiligen sie sich mit Terres Rouges an Tamet"

. 22. Marz 1922 E. Mayrisch wird in den belg-luxembg. Wirtschaftsrat gewahlt. Ab 1926 wird er Vorsitzender des Intern. Stahlkartells.*

1921 4.Marz Generalstreik auf den Huttenwerken infolge Arbeiterentlassungen. Luxemburger, sowie franzosische Soldaten besetzen die Hutten. Streikfuhrer: Zenon Bernard, Bukovac,

Lippert.

Die Prodktionszahlen infolge der allgemeinen Krise: Stahl: 1921: 753.000 to gegen 1.425.000 fur 1913

Eisenerz: 1921: 3.031.000 to gegen 7.333.000 to.

1921 6. August. Die Arbeitslosenunterstutzung nimmt Gestalt an.

1922 Mai Luxemburg und Belgien unterzeichnen das Wirtschaftsabkommen.

1922 Aus Monlevade ( Provinz Minas-Brasilien ) wird 68 prozentiges Eisenerz eingefuhrt. Diese Abbaustatte von 2.463 ha ist ebenfalls reich an Manganvorkommen.

9.Dezember. Einweihung des neuen Sitzes der Arbed und Columeta auf dem Plateau Borbon. Architekt Sosthene Weis.

1923 Die Arbeit des Bergmanns wurde durch die Einfuhrung der Erlektrizitat und der Pressluft wesentlich erleichtert. In vielen grosseren Bergwerken werden die Pferde dadurch teilweise

uberflussig.

1923-1930 Im Dudelinger Bergwerk arbeiten: 70 Hauer unter Tag

70 Schlepper

80 Mann im Tagebau

45 Tagelohner unter Tag 65 Tagelohner im Tagebau

Diese 330 Arbeiter erbringen zusammen 1.000-1.2501 Eisenerz pro Schicht.

1924 Die Steinforter Hutte besitzt 20 vierachsige Talbotwagen a 40 Tonnen resp. 25 Kubikmeter. Diese dienen zum Transport von Koks. 1929 als der Niedergang des Werks Steinfort sich abzeichn

ete, wurden sie nach Athus gebracht.

1925 19.o6. Die Firma Jaans und Poeckes ubernehmen die Tagebaugrube Beles-Galgenberg.

1926 6. Dezember. Jeder Arbeitnehmer erhalt nach 1 Dienstjahr pro Jahr 4 Tage Urlaub.

1927 Die Steinforter Hutte fusionniert mit der Soc. d'Angleuret des Charbonnages beiges. Somit wurde die Soc. d'Abgleur-Athus gegrundet.

1927 14. August. Die Trambahnlinie Esch-Kayl, Dudelingen und Rumelingen nehmen den Betrieb auf.

1928 Emile Mayrisch verungluckt todlich auf der Fahrt zu einer Sitzung nach Paris in Chalons sur Marnes. In dem Park seines Schlosses in Colpach findet er seine letzte Ruhe.

1928 Juni. Die Elektrifizierung derHaushalte der

Stadt Dudelingen hat eingesetzt, bis Ende 1929 sind dieselben abgeschlossen.

1929 Die Arbedgesellschaft schaft es, durch Zukaufe anderer Werke und Steigerung der Produktionszahlen Nr. 2 in Europa zu werden.

1929 Esch zahlt 30.000 Einwohner, eine Zahl, welche nie mehr erreicht wird.

1929 Esch-Neudorf zahlt 15 Gaststatten mit Kegel-oder Sandbahn.

1931 Durch die schlechte finanzielle Situation,vielfach auf die Gleichgultigkeit der Belg. Aktionare zuruckzufuhren, deren Interesse nur an der luxemg. Minette lag, sowie nicht

mehr zeitgemasse Produktionsstatten wird die Hutte Steinfort ( Soc. Angleur-Athus resp. Hauts Fourneaux et Acieries de Steinfort) stillgelegt. Wahrscheinlich erst definitif 1942.

1934 P. Schiltz bingt die Lampe Record 2 Patentnr. 20735 als Kronung seines Erfindergeistes auf den Markt. Dies war die letzte Karbidlampe die vom Lutepitti entwickelt wurde.

1935 Der Rumelinger Bergmann und Abgeordneter J.P. Bausch verunglickt todlich in der Mine Walerf (in der Mausefalle)

1936 Abschluss des 1. Kollektivvertrgs fur den Bergbau. Der Mindestlohn wurde ebenso wie der Index fur alle Arbeiter eingefuhrt. Bisher mussten die Arbeiter samtliches benotigtes Holz

zum Verbauen, selbst bezahlen. Auch wurde ihnen die Zeit welche sie zum Verbauen" benotigten, nicht bezahlt. Das Sprengmaterial, sowie der Karbid wurden weiterhin in

Rechnung gestellt. Welche Sklavenarbeit die Bergleute verrichteten, beweisen die Zahlen dertaglichen Abwesenheiten: 18% an einem normalen Tag, gegen bis 32% am Folgetag

der Lohnauszahlung. Urn zu uberleben, mussten sie einfach mal eine Nengtgen" halten, d.h. eine oft mehrtagige Runde durch die Wirtschaften". Mancher Kumpel hatte den

ganzen Lohn oder Akkontozahlung runtergespult, wenn erzuhause ankam. Die Familie musste dann wieder in der Epicerie anschreiben lassen, bis zum nachsten Zahltag.

Resolute Hausfrauen standen vor dem Lohnburo an besagtem Tag, der anschliessend von den Kollegen gehanselte Familenvater musste die Lohntute rausrucken, er bekam von

seiner Gattin Taschengeld, welches meistens fur einen 2 tagigen Wirtshausrundgang reichte.

Junggesellen oder Bergleute aus den E'sleck, welche nur 1mal im Monat nach Hause fuhren (wenn moglich mit der Lohntute ) wohnten oft zu 8-10 Mann in einem Zimmer mit 3-4 Betten.. Geschlafen

wurde abwechselnd, je nach Schichtbeginn. Daher der Ausdruck: D'Bett gett nie kaal.

1937 Das Zementwerk in Dommeldingen stellt nur noch Zementziegel her.

1937 Die Soc. Met. Des Terres Rouges wird von der Arbed ubernommen. Die einheimischen Hochofen verarbeiten ca. 9 Millionen Erz ( uber 50% Importerz) Exportiert werden

3,6Millionen luxembg. Minette. 22 Hochofen, welche in Betrieb sind produzieren 2,4 M. t. Walzeisen. Insgesamt verfugen unsere Werke uber 35 Ofen.*

1937 Differdingen-He'sengergrond hat 95 Einwohner, vorwiegend Bergleute, welche bei Schneidesch in Kost und Logis sind. Nachdem der Bergbau Halberg" seine Aktivitaten einstellt, ziehen fast alle

weg. Bleibt nur noch die Herberge Schneider.

1938 Von offizieller Seite wird mitgeteilt, dass 1 Hochofen in Steinfort demnachst wieder in Betrieb genommen wird. Durch Hinauszogern bis zum 10. Mai 1940 und dem Einmarsch der Deutschen wird

das Projekt nicht realisiert.

1938 Arbed Kapital: 1 350 OOOFranken, Hochofen 39, Stahlwerke 9, Walzwerke 9 Erz- und Kohlenkonzessionen 1 907 ha.*

1939 In der luxembg. Industrie sind beschaftigt: 27.502 Luxemburger gegenuber von 5.164 Auslander. (15,8%)

In der Eisenindustrie sowie im Bergbau sind beschaftigt: 15.853 Luxembg. und 3.746 Auslander ( 19,1%)

Im Jahr 1913 waren es 7.707 Einheimische und 11.461 Auslander ( 59,8%)

1939 Der Kayler Pfarrer Jos. Dupong bringt zum ersten Mal den Vorschlag zur Errichtung eines Bergarbeiterdenkmals zur Sprache und schreitet sofort zur Tat.

1939 Im Raum Audun fordern 2 000 Bergleute im Schnitt 5 t Eisenerz. 1954 durch die Mechanisierung sind es 600 Kumpels welche pro Kopf 33t. fordern.

1940 Fur die ersten 4 Monaten vor der deutschen Invasion wurde die Rekordmenge von 581.000 to Erz gefordert. Diese Menge wurde trotz aller Bemuhungen" der Invasoren nie

mehr wahrend der gesamten Besatzungszeit erreicht.

Das Resultat war fur die Herrenmenschen noch enttauschender, als plotzlich unsere Minette nur noch 18-22% Eisengehalt aufwies. Alle Interventionen seitens des Generalbeauftragten fur

Eisenerzgewinnung Von Emmerick anderte nichts daran.

Die Unkosten fur Koks und dessen Transport standen in keinem Verhaltnis mehr zum Wert des Endproduktes. Ein selbststandiges Unternehmen hatte bei den tiefroten Zahlen Konkurs anmelden

mussen.

1940 Nach dem Uberfall der Nazis am 10. Mai wurden die 3 Werke: Arbed, Hadir, Rodange der deutschen Rohstahl Gemeinschaft" unterstellt.

1941 Die Firma AEG Luxembg. mit Standort Walferdingen wurde umfunktionniert. Die Belegschaft von ca. 100 Leuten reparierten ausschliesslich elektr. Motoren, vorwiegend fur

deutsche U-Boote.

Die stillgelegten, ausgeschlachteten Huttenwerke in Steinfort stellten Nahnadeln, sowie Rangierteile fur Eisenbahnen her. Spater wurde das Programm um Panzerturme und

Panzerungen fur Tanks erweitert.

1942 1.April. Die Huttenschule in Dudelingen , bestehend seit 1998 wird geschlossen, nach dem Krieg werden die Lehrlinge im Inst. E. Metz- Dommeldingen ausgebildet.

1942 23. Mai Das vorwiegend belgische und franzosische Kapital in der gesamten luxemburger Industrie wird von den Besatzern beschlagnahmt.

15. Juni Die Gruppe Hadir ( Differd. Ottingen Rumelingen ) wird in Differdinger Stahlwerke A.G. welche der Vereinigte Stahlwerke Dusseldorf untersteht einverleibt.

1942 Generalstreik am 31. August ab 18 In Schifflingen. Dies war eine Reaktion auf die Zwansrekrutierung durch die Nazis. Die Aktion loste weltweit Entsetzen und Bewunderung fur ein kleines Land aus. Die Folgen uber das Standgericht der deutschen Besatzer blieb

nicht aus.

1943 01.04. Die deutschen Besatzer taufen die Werke: Arbed, Hadir und MMR in Gewerkschaft Lutzelburg" um.

1943 Die Differdinger Hutte wird ab September wieder von der Hadir ubernommen. Die weltbekannten Greytrager wurden Tag und Nacht gewaltzt, um die gesprengten Brucken wieder herzurichten.

1945 Durch Akt vom 28.Marz ubernimmt die Firma John Cockerill die 47 718 Aktien ( Mehrheit) von Angleur-Athus. Damit die neuen Besitzer luxembg. Erz nach Belgien ausfuhren durfen, liessen

dieselben in den nachsten Jahren sich manches nicht ganz gesetzkonformes in Punkto Scheingrundungen bis zu dem Skandal mit der Verseuchung der Eisch durch Unmengen chemischer

Abfallprodukte eines Phenolwerkes einfallen. Im Nachhinein kann man behaupten, dass dem luxembg. Staat ausser Unkosten und Problemen mit der Umwelt ( Fischsterben)

nichts geblieben ist.

1948 31. Jan. Die letzte Versteigerung einer Erzausbeutung in Kayl findet statt.

1949 Fordermengen-jahrlich an Eisenerz: 1949 4.137.000 to 1945: 1.406.000 to 1939: 5.852.000 to.

1949 Exploitanten und Besitzer von Minettekonzessionen im Banne Kayl: Aug. Metz, Eich

Soc. des Forges de Saarbruck

Acieries Reun. de Burbach-Eich-Dommeldange (Arbed ) Soc. des Mines d'Esch-Alzette

Soc. des Mines de Luxembourg Soc. des Mines de Kayl

S.A. des Hauts-Fourneaux et forges de Dudelange S.A. des Hauts-Fourneaux de Halanzy

Soc. Minieres et Met. De Musson-Halanzy Soc. des Hauts-Fourneaux de Rumelange

S.A. Ougree Marihaye, Belgique

Soc. Min. Et met. De Rodange-Athus Soc. Stumm freres, Neunkirchen

Jos. Schiltz & Cie, Esch.A Aug. Wolff, Esch-A.

Neu & Stauder, Esch-A.

Jos. Rockenbrod, Luxembg. Felix Papier, Luxembg.

Leon Berens, Rumelange Nic. Gonner, Rumelange

FR. Boever, Rumelange Poeckes freres, Rumelange

Charles Schroers, Duisburg J.F. Tresson, Longwy

M. Dewalque, Liege

J. Tabay, Tetange, Rumelange L. Perlot, Kayl

Ph. Dur, Kayl J. Friser, Kayl

J. Klein, Kayl

Alb. Pauly& L. Laux, Kayl

Gewerkschaft Lutzelburg ( 2. Weltkrieg- Besatzer)

1947 Erste Gedenkfeier fur die Opfer des Bergbaues, an einem symbolischen Bergmannsgrab, an der Stelle wo heute die Gedenkstatte in Kayl steht.

1948 256 Gruben ( Schiefer-Stein-Sand...) davon 105 mit industriellem Karakter und 149 private Gelegenheitsgruben werden aufgefuhrt.

1949 Liste der tatigen Industrien in Luxemburg: Huttenwerke 7

Eisenerzabbaustatten 42 Giessereien 30

Zement- und Betonwerke 8 Keramikfabriken 3

Schiefergruben 2

Steinbruche, Sand- und Kiesgruben 227 Kalk- Gips- und Dolomitwerke 16

Ziegelwerke 10

1952 Die Gebruder Poeckes geben die Tagebaugrube Beles-Galgenberg auf.

1953 Grundsteinlegung fur das Arbeiterdenkmal in Kayl.

1956 Letzte Fahrt der Trambahn durch Esch-Neudorf. ( September)

1957 Rekordjahr betreffend Erzabbau hierzulande: 7.843.100 to.

1957 08.09. Feierliche Einweihung der Bergmannsglocke durch Bischof Leon Lommel. Hierbei fiel fiel seinerseits der beruhmte Satz: In Zukunft soil die Glocke kundtun..., obwohl aus Grunden der Sicherheit kein Kloppel jemals in die Glocke eingehangt wurde. Die ganze Konstruktion hatte die Schwingungen der Gocke nicht ausgehalten.

1955 Mi chel Lucius, luxemburger Geologe mit weltweiter Erfahrung bohrt auf Wunsch der Familie Bofferding in Rosport eine Minerlwasserquelle. In 67 mtr. wird er fundig. Lucius war

diese Stelle durch seine Prospektionen und sein Fachwissen bereits seit 1938 bekannt*

1958 Die Eisenindustrie beschaftigt 23 145 Arbeiter. Der Durchschnittslohn fur einen Grubenarbeiter liegt bei 118.249 Fr. Ein Huttenarbeiter verdient jahrlich dagegen 104.112

Fr. Der Jahresdurchschnitt liegt hierzulande bei 90.893 Fr.

Die durfte Beweis genug sein, wo die Wiege des luxemburger Wohlstands stand.*

1959 Oktober Die Mineralwasseranlage in Rosport nimmt ihre Produktion auf.

1959 Die Gemeinde Steinfort kauft samtliche Immobilien der fruheren Hutte.

1961 April. Die Firma Berens in Rumelingen stellt jede Aktivitat ein.

1961 Audun. Der Hochofen Nr. 4 stellt als letzter seine Produktion ein.

1961 Die Lander der Montanunion fordern insgesamt 49,3 Millionen t Eisenerz. Davon entfallen auf unser Land 3,7 Millionen t. Zusatzlich importieren wir Erz aus Frankreich und

Schweden. Sidmar bezieht zusatzlich Erz aus Brasilien und Afrika. Gesamtproktion 1960 unserer Huttenindustrie:

Roheisen: 3,8 Mill. T Rohstahl: 4,1 Mill. T

Walzprodukte: 3,25 Mill.t

Thomasmehl: 780.451 t. (davon Export: 679.861 t.)

1963 Hutten verarbeiten 2/3 Erz aus Lothringen ( Stollen), das andere einheimische Drittel wird fast komplett im Tagebau gewonnen. Hauptabbaustellen sind die Mine Lallingerberg,

Dudelingen und Beles.

1964 6% des gesamten hierzulande verarbeiteten Erzes kommt aus Brasilien.

1964 Luxemburg zahlt 330.000 Einwohner, davon ca. 40.000 Auslander.

1967 12. Juli. Gegen 7:5o explodierten 2 mit Sprengmaterial beladene Loren auf der Strecke Thillenberg zum Rollesberg. Es blieb beim sehr hohen Materialschaden, sowohl an dem Transportmaterial, als auch an den einige hundert Meter entfernten Wohnhausern. Sein

Leben hat der Lokomotivfuhrer dem Umstand zu verdanken, dass er auf einer Siemens Doppelkabinenlok im vorderen Teil fuhr.

1968 Einstellung der Minetteproduktion in Esch-Burgrund.

1972 4.Dez. Letzte Barbelenfeier" in Dudelingen, der Tagebau wird zum 31.Dez. eingestellt. Die verbleibenden 47 Bergleute werden verteilt: / gehen in Ruhestand,16 werden der Hutte

uberwiesen,24 Mann gehen an andere Erzwerke.

1970 Der Bergmann bekam die 40 Stundenwoche zugesprochen.

1970 Der Durchschnittspreis fur 1 Tonne Eisenerz betragt 96,06 Fr. Hundert Jahre vorher lag er bei 3,79 Fr. ( Material-Lohn-und Verwaltunskosten )

1973 4. Mai Das Minenmuseum in Rumelingen, auf dem Gelande der fruheren Mine Walert, wird im Beisein von Grossherzog Jean feierlich eroffnet.

1974 Die Tagebauproduktion Esch Lallingerberg wird stillgelegt.

1978 Der Bergbau in Lasauvage wird eingestellt.

1978 Der Tagebau Hutberg in Rumelingen wird aufgegeben.

1978 Am 24.07. wird die Grube Doihl-Rodingen nach einer letzten, nicht zu vermeidenden Sprengung, unter Zurucklassen des Erzes aufgegeben.

1978 Die Schmelz in Rodingen ( MMRA) stellt ihre Grubenproduktion ein.

1978 Marz Die Denkmalanlage wird zum Monument National des Mineurs erklart.

1979 Ab diesem Jahr werden aus den Nationalen die International" Gedenkfeiern.

1980 Das bestbekannte Haus Schneider in Differdingen-He'sengergrond, welches uber Generationen Bergarbeiter Kost und Logis bot, dem Sonntagsspazierganger eine gemutliche Pause ermoglichte,

wird abgerissen.

Produktionsziffern:

Jahr: 1870

1885 1900

J.produktion- to 911.695

2.648.499 6.171.229

Beschaftigte 2316

3945

6207 (Hochstzahl)

1915 1930

1937 1945

1960 1975

1976 1977

1978 1981

6.139.434 6.649.372

7.766.200 1.405.877

6.977.304 2.315.082

2.078.665 1.547.589

565.876 429.080

4408 5593

4593 2366

2101 737

680 488

233 170

1870 1981

Jahresproduktion eines Bergmanns 394 Tonnen

idem

2524 Tonnen.

1981 27. November. Als letzter Grubenbetrieb stellt der Thillenberg seine Aktivitaten ein. Die hochste Produktion wurde 1971 mit 1.332.2131. erreicht, bei der Schliessung mangels Nachfrage

waren es nur noch 429.000 t. Die Erze z.B. aus Montrouge- Deutsch-Oth lagen mit 35,7% Eisengehalt deutlich gunstiger.( 10%)

In einem Zeitraum von etwa 130 Jahren verloren 1492 Bergleute im Alter von 13-78 Jahren ihr Leben sofort bei der Ausubung ihrer Tatigkeit.

Jean Berens , Differdingen starb 1887 13 jährig.

Muller Jean, Kayl verungluckte 1916 im Alter von 78 Jahren.

Im Jahr 1906 erlitten 46 Bergleute den Tod bei ihrer Arbeit. (6900 Mann Belegschaft.) Diese Zahlen beinhalten nicht die Menschen, welche an den Folgen schwerer Unfalle

Ihr Leben binnen kurzer Zeit verloren.

Als Beispiele seien aufgefuhrt: 1896: E. Reisdorf trug wie jeden Tag ihrem Mann das Mittagessen zur Mine. Da sie dem Schienennetz folgte, wurde sie von einer Ramme erfasst und todlich verletzt.

Fr. Junck aus Tetingen wurde 1952 von einem Stein in ihrem Garten todlich getroffen. Dieser ruhrte aus einer Sprengung aus einer Distanz von mehr als 150 mtr. her.

1929 wurde ein 3 jahriges Kind auf der Schneier in Esch beim Spielen auf ungesichertem Gelande von einer Wagenramme ubersehen und todlich verletzt.

1981 Von 1868-1981 wurden dem luxembg. Boden 501.298.949 Tonnen Eisenerz entrissen.

1986 Die Hutte von Micheville stellt definitiv alle Tatigkeiten ein. Teilweiser Stillstand bereits seit 1974.

 

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